Der Coldcard-Hack weitet sich dramatisch aus. Was vergangene Woche mit rund 70 Millionen US-Dollar begann, ist inzwischen ein Großschadensfall. Die gestohlenen Beträge kletterten Anfang August laut Blockchain-Analysten wie Galaxy Research auf über 114 Millionen US-Dollar; TechCrunch berichtete sogar von mehr als 130 Millionen. Hersteller Coinkite hat den Verkauf gestoppt und betroffene Restbestände vernichtet. Wer eine Coldcard nutzt, sollte deshalb jetzt handeln.
Coldcard-Hack: Der Fehler steckt im Zufall
Der Kern des Problems ist ein Firmware-Fehler aus dem März 2021. Statt die geheimen Wallet-Seeds über den echten Hardware-Zufallsgenerator zu erzeugen, griff die betroffene Firmware auf einen deterministischen Pseudo-Zufallsgenerator zurück. Das reduzierte die Entropie – also die Unvorhersehbarkeit – der privaten Schlüssel. Dadurch wurden eigentlich unerreichbare Bitcoin-Bestände für Angreifer durchsuch- und berechenbar. Betroffen sind Seeds, die zwischen März 2021 und dem Patch auf einem verwundbaren Gerät generiert wurden.
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Angriff in Wellen
Die Diebstähle laufen seit dem 30. Juli in mehreren Wellen. Analysten von Galaxy Research zählten allein in einer Welle rund 449 Bitcoin aus mehr als 700 Adressen. Auch lange ruhende Wallets wurden dabei geleert. Weil die Schätzungen je nach Analysefirma und Zeitpunkt auseinandergehen, schwanken die Zahlen – die Richtung aber ist eindeutig: Der Schaden wächst weiter.
Das rät der Hersteller
Coinkite-Chef Rodolfo Novak wurde deutlich und forderte Nutzer auf, ihre Gelder sofort zu bewegen. Das Unternehmen hat eine korrigierte Firmware veröffentlicht, den Versand seiner Geräte gestoppt und die noch mit der fehlerhaften Firmware produzierten Restbestände zerstört. Wichtig: Ein Firmware-Update allein rettet keinen bereits geschwächten Seed. Wer seinen Seed auf einem betroffenen Gerät erzeugt hat, muss die Bitcoin auf eine neue, sauber generierte Wallet übertragen.
Was Nutzer jetzt tun sollten
- Prüfen, ob der Seed zwischen März 2021 und dem aktuellen Patch auf einer Coldcard erstellt wurde.
- Im Zweifel eine neue Wallet mit frischem, sicher erzeugtem Seed anlegen und die Bestände zügig umziehen.
- Die aktuelle Firmware einspielen – aber nicht darauf vertrauen, dass sie alte Schlüssel heilt.
Der Fall zeigt, wie entscheidend die Qualität der Zufallszahlen bei der Selbstverwahrung ist. Ein einziger Schwachpunkt im Schlüssel-Generator hebelt die gesamte Sicherheit einer Hardware-Wallet aus. Details zum ursprünglichen Vorfall haben wir im Beitrag Coldcard-Hack: 70 Millionen Dollar erbeutet zusammengefasst.
Wer über eine neue Hardware-Wallet nachdenkt, sollte auf Geräte mit geprüftem, hardwarebasiertem Zufallsgenerator achten. Welche Modelle taugen und worauf es ankommt, zeigt unser Ratgeber zu den besten Krypto-Hardware-Wallets 2026.
Quellen
- Bitcoin Magazine: Coldcard Bitcoin Theft Continues
- TechCrunch: Hackers steal over $130M from offline hardware wallets
- Fortune: Bitcoin owners rocked by $116M hack
- CBC News: Ongoing Coldcard hack
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