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Cybersecurity July 27, 2026

ENCFORGE: Neue Ransomware verschlüsselt gezielt KI-Modelle

Die ENCFORGE Ransomware verschlüsselt erstmals gezielt KI-Modellgewichte und Trainingsdaten. Angreifer JADEPUFFER nutzt eine Langflow-Lücke – so schützen Sie Ihre KI-Infrastruktur.

ENCFORGE: Neue Ransomware verschlüsselt gezielt KI-Modelle

ENCFORGE Ransomware markiert eine neue Eskalationsstufe: Erstmals verschlüsselt eine Schadsoftware gezielt die Modellgewichte, Vektor-Indizes und Trainingsdaten von KI-Systemen. Hinter der Kampagne steckt der als JADEPUFFER verfolgte Angreifer, der laut Sicherheitsforschern von Sysdig weitgehend agentisch – also über einen autonomen KI-Agenten – vorgeht. Für Unternehmen mit eigener KI-Infrastruktur ist das ein Weckruf.

ENCFORGE Ransomware nimmt KI-Infrastruktur ins Visier

Der Einstieg gelingt über eine bekannte Lücke im Open-Source-Werkzeug Langflow. CVE-2025-3248 betrifft alle Langflow-Versionen vor 1.3.0 und erlaubt es, über einen ungeschützten Endpunkt beliebigen Python-Code ohne Anmeldung auszuführen. Der Fehler trägt den CVSS-Wert 9.8 und steht seit dem 5. Mai 2025 in der Liste bekannter ausgenutzter Schwachstellen (KEV) der US-Behörde CISA. Neu ist nicht die Lücke, sondern was der Angreifer daraus macht.

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Nach dem Zugriff lädt JADEPUFFER die eigens entwickelte Ransomware ENCFORGE nach – ein in Go kompiliertes Programm, das rund 180 Dateiendungen aus der KI-Welt kennt. Dazu zählen PyTorch- und TensorFlow-Checkpoints, SafeTensors-Dateien von Hugging Face, GGUF- und GGML-Gewichte für llama.cpp sowie FAISS-Vektor-Indizes und Trainingsdaten in den Formaten Parquet, Arrow und TFRecord. Genau diese Artefakte werden verschlüsselt.

Warum der Schaden so hoch ausfällt

Ein verschlüsseltes KI-Modell lässt sich nicht mit einem Klick wiederherstellen. Wer die Gewichte verliert und kein sauberes Backup hat, muss Training oder Fine-Tuning wiederholen – das kostet Wochen bis Monate Rechenzeit. Die Forscher beziffern den finanziellen Schaden je nach Modellgröße auf 75.000 bis 500.000 US-Dollar pro Modell.

Besonders brisant: Der Angreifer arbeitet weitgehend automatisiert. Laut Sysdig passte sich der KI-Agent bei technischen Problemen in Echtzeit an und fand die passende Lösung in unter einer Minute. Dieselbe Handschrift zeigte sich schon beim Hugging-Face-Vorfall mit einem autonomen KI-Agenten – die Angreifer-Seite skaliert ihre Fähigkeiten mit KI genauso wie die Verteidiger.

So schützen Sie Ihre KI-Modelle

Die Gegenmaßnahmen sind klassisch, aber wirksam. Aktualisieren Sie Langflow auf Version 1.9.1 oder die aktuelle unterstützte Ausgabe – das schließt CVE-2025-3248 samt weiterer kritischer Lücken. Betreiben Sie Langflow und ähnliche KI-Werkzeuge niemals ungeschützt im Internet, sondern hinter Authentifizierung und Netzsegmentierung.

  • Backups trennen: Modellgewichte und Trainingsdaten gehören in ein Offline- oder unveränderliches Backup, das Ransomware nicht erreicht.
  • Zugriffe minimieren: KI-Endpunkte nur intern erreichbar machen, Standard-Ports und offene Validierungs-Endpunkte prüfen.
  • Monitoring: Ungewöhnliche Massen-Verschlüsselung von .safetensors-, .gguf- oder .parquet-Dateien als Alarm definieren.

Wie schnell Ransomware ganze Infrastrukturen lahmlegt, zeigte zuletzt der Fall FortiBleed mit tausenden gekaperten Firewalls. Wer seine wertvollsten Daten – und dazu zählen KI-Modelle inzwischen – zuverlässig sichern will, findet in unserem Ratgeber zu verschlüsselten USB-Sticks und externen SSDs praxistaugliche Optionen für ein sauberes Offline-Backup.

Quellen

Dranbleiben

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