Nvidia beteiligt sich an Safe Superintelligence (SSI), dem KI-Labor von Ilya Sutskever – Berichten zufolge mit bis zu fünf Milliarden Dollar. Die gemeinsame Mitteilung beider Unternehmen vom 27. Juli 2026 spricht offiziell von einer „substanziellen Investition” und nennt keine Summe; die Fünf-Milliarden-Marke stammt aus der Berichterstattung. Für den Chipkonzern ist es ein weiterer Milliardencheck an ein KI-Start-up – bemerkenswert bei einer Firma, die bis heute kein einziges Produkt verkauft.
Was hinter Safe Superintelligence steckt
Safe Superintelligence wurde 2024 in den USA und Israel gegründet. Mitgründer und CEO ist Ilya Sutskever, der frühere Chef-Wissenschaftler von OpenAI und Miterfinder von AlexNet. Zum Gründungsteam gehörten außerdem Daniel Gross und Daniel Levy; Gross verließ SSI 2025, heute führen Sutskever und Levy das Labor. Das Labor verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz: Es will keine Zwischenprodukte veröffentlichen, sondern erst dann liefern, wenn eine „sichere Superintelligenz” fertig ist. SSI nennt sich selbst das „weltweit erste Straight-Shot-SSI-Labor”.
Klartext ins Postfach
KI, Security & Crypto – die wichtigsten Analysen, kein Spam. Jederzeit abbestellbar.
Bislang lief die Forschung auf Googles TPU-Chips. Mit dem Nvidia-Deal verlagert SSI einen großen Teil seiner Rechenbasis in Richtung Nvidia-Hardware – ein strategischer Punkt, denn Nvidia sichert sich so nicht nur Anteile, sondern auch einen weiteren großen Abnehmer für seine Beschleuniger.
Vera Rubin bringt den Rechenschub
Im Zuge des Deals setzt SSI künftig auf Nvidias Vera-Rubin-Plattform, die kombinierte CPU-GPU-Systeme umfasst. Laut den Unternehmen soll sich die verfügbare Rechenleistung dadurch „um eine Größenordnung” erhöhen, also grob verzehnfachen. Nvidia-Chef Jensen Huang lobte Sutskever als Pionier grundlegender KI-Durchbrüche „angefangen bei AlexNet”. Sutskever selbst sprach davon, man habe „Forschung, die es wert ist, hochskaliert zu werden”.
Ein Muster: Chip-Riesen kaufen sich in KI-Labore ein
Der Deal reiht sich in einen klaren Trend ein. Erst wenige Tage zuvor hatte AMD angekündigt, bis zu fünf Milliarden Dollar in Anthropic zu investieren. Die Chiphersteller verschaffen sich damit nicht nur Beteiligungen an vielversprechenden Laboren, sondern auch garantierte Abnehmer für ihre teuren Beschleuniger. Für Nvidia ist es zudem nicht das erste Mal, dass ein Investment an eine Zusage gekoppelt ist, die eigenen GPUs zu nutzen.
Der Blick fürs Detail lohnt sich trotzdem. SSI hat Berichten zufolge inzwischen rund sieben Milliarden Dollar eingesammelt und wird mit etwa 32 Milliarden Dollar bewertet – ohne ein marktreifes Produkt. Das zeigt, wie stark die Erwartungen an einzelne Personen und Ideen im KI-Markt gerade sind. Wer die Entwicklung praktisch nachvollziehen will, muss nicht auf Milliarden-Cluster warten: Schon mit passender Hardware für lokale KI-Modelle lassen sich moderne LLMs zu Hause betreiben.
Wie ernst der Wettlauf um KI-Rechenleistung ist, zeigen auch Neueinsteiger im Chipgeschäft – etwa das KI-Chip-Startup Etched, das Nvidias Dominanz angreifen will.
Quellen
- Data Center Dynamics: Nvidia to invest $5bn in Safe Superintelligence
- Silicon Republic: Nvidia commits $5bn to scale Safe Superintelligence
- The Decoder: Nvidia invests in Ilya Sutskever’s AI lab
Diese Analysen als Newsletter
Ein Mal pro Woche Klartext zu KI, Security & Crypto – direkt in dein Postfach.
Jetzt anmelden