Sicherheitsforscher haben einen der größten je offen zugänglichen Datensätze entdeckt. Das Leak umfasst rund 24 Milliarden Zugangsdaten und mehr als 8 Terabyte an Daten. Viele Passwörter lagen dabei im Klartext vor. Der Fund stammt vom Team von Cybernews. Vor allem zeigt der Vorfall, wie gefährlich sogenannte Infostealer-Malware inzwischen ist.
Was die 24 Milliarden Zugangsdaten enthalten
Die Daten lagen in einem ungeschützten Elasticsearch-Cluster. Insgesamt enthielt dieser etwa 24 Milliarden Datensätze. Nahezu alle Einträge stammten aus Infostealer-Logs. Dazu zählen Benutzernamen, E-Mail-Adressen, Passwörter und die zugehörigen Login-URLs.
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Besonders brisant ist die Form der Speicherung. Denn jedes Login-Detail lag einzeln und teils im Klartext vor. Folglich lassen sich die Datensätze sehr leicht für Angriffe nutzen. Außerdem stammten die Informationen aus 36 verschiedenen Quellen. Darunter waren Telegram-Kanäle, Breach-Sammlungen und große Daten-Kollektionen.
Spuren bis zur Darkside-Gruppe
Ein Teil der Daten verweist auf bekannte Akteure. So stammten rund 260 Millionen Datensätze aus Telegram-Kanälen mit dem Namensbestandteil “Darkside”. Genau diese Ransomware-Gruppe legte einst die Colonial Pipeline in den USA lahm. Zudem wirkte die Datenbank aktiv gepflegt. Schließlich verwies einer der enthaltenen Berichte auf einen erst kürzlichen Vorfall.
Inzwischen ist die Datenbank nicht mehr öffentlich erreichbar. Trotzdem bleibt die Gefahr bestehen. Denn mehrfach genutzte Passwörter gefährden weiterhin viele Konten. Ähnlich wie beim WordPress Supply-Chain-Angriff zielen Kriminelle gezielt auf gültige Anmeldedaten.
Die wachsende Gefahr durch Infostealer
Infostealer sind eine besonders perfide Malware-Art. Sie nisten sich unbemerkt auf einem Gerät ein. Anschließend lesen sie gespeicherte Passwörter, Cookies und Sitzungs-Tokens aus. Diese Daten landen dann in großen Sammlungen wie der nun entdeckten. Deshalb wächst das Risiko für sogenanntes Credential Stuffing stetig.
Wie Nutzer sich jetzt schützen
Zunächst sollte man für jeden Dienst ein eigenes, starkes Passwort verwenden. Ein Passwort-Manager hilft dabei zuverlässig. Außerdem erhöht die Zwei-Faktor-Authentifizierung die Sicherheit deutlich. Wo möglich, sind Passkeys eine noch robustere Alternative. Den stärksten Schutz gegen Phishing bietet ein Hardware-Security-Key (FIDO2) – welche Modelle sich lohnen, zeigt unser Ratgeber.
Darüber hinaus lohnt eine Prüfung der eigenen Adressen über Dienste wie Have I Been Pwned. Schließlich schützt ein aktueller Virenschutz vor Infostealer-Infektionen. Kurz gesagt: Die 24 Milliarden Zugangsdaten sind eine eindringliche Mahnung. Wer Passwörter mehrfach nutzt, sollte sie jetzt umgehend ändern.
Quellen
- Cybernews: 24 billion stolen credentials exposed in colossal data leak
- Security Affairs: 24 Billion Stolen Credentials Exposed
- Security-Insider: 24 Milliarden Zugangsdaten frei im Netz verfügbar
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