Google hat mit dem Chrome 151 Sicherheitsupdate eine der größten Fehlerbereinigungen der letzten Monate ausgeliefert. Der Browser schließt in einem Rutsch 370 Schwachstellen, darunter sieben als kritisch eingestufte. Wer Chrome geschäftlich oder privat nutzt, sollte zeitnah aktualisieren – auch wenn diesmal keine aktive Ausnutzung bekannt ist.
Chrome 151 Sicherheitsupdate: sieben kritische Lücken
Google verteilt die neue Version als 151.0.7922.71/.72 für Windows, macOS und Linux. Insgesamt behebt das Update 370 Sicherheitsprobleme. Neben den sieben kritischen Einträgen stopft Google 71 hoch, 170 mittel und 122 niedrig eingestufte Lücken. Die kritischen Fehler betreffen zentrale Browser-Komponenten:
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- CVE-2026-17650 – Use-after-free in Compositing
- CVE-2026-17651 – unzureichende Prüfung in Dawn
- CVE-2026-17652 – Use-after-free in Views
- CVE-2026-17653 – Use-after-free in Skia
- CVE-2026-17654 – Race Condition im Updater
- CVE-2026-17655 – unzureichende Prüfung in ANGLE
- CVE-2026-17656 – Use-after-free in Ozone
Warum Use-after-free so gefährlich ist
Fünf der sieben kritischen Bugs gehören zur Klasse der Speicherfehler (Use-after-free). Dabei greift der Browser auf Speicher zu, der bereits freigegeben wurde. Angreifer nutzen solche Fehler gern, um über eine präparierte Webseite Code im Renderer- oder sogar im Browser-Prozess auszuführen. Genau diese Fehlerklasse zog in der Vergangenheit immer wieder echte Angriffe an – deshalb zählt Tempo hier mehr als bei anderen Updates.
Aktiv ausgenutzt? Diesmal nein – trotzdem patchen
Anders als beim Chrome-Zero-Day CVE-2026-11645 im Juni gibt es für die aktuellen Lücken bislang keine Hinweise auf eine Ausnutzung in freier Wildbahn. Das ist aber kein Grund zum Abwarten: Sobald technische Details öffentlich sind, lassen sich Speicherfehler oft schnell in Exploits gießen. Ein Restrisiko bleibt also, bis alle Systeme aktualisiert sind.
So aktualisiert ihr richtig
Chrome lädt Updates normalerweise automatisch im Hintergrund. Trotzdem lohnt der manuelle Blick: Über das Menü unter „Hilfe“ und „Über Google Chrome“ prüft der Browser sofort auf die neue Version und installiert sie. Wichtig ist der anschließende Neustart – erst danach ist der Schutz aktiv. In Unternehmen sollte die IT den Rollout über die zentrale Verwaltung anstoßen und den Versionsstand kontrollieren.
Nebenbei: Chrome will künftig ohne Neustart aktualisieren
Neben den Fixes kündigt Google eine praktische Neuerung an: Chrome soll Updates künftig einspielen können, ohne dass Nutzer den Browser komplett neu starten müssen. Das würde die Lücke zwischen Bereitstellung und tatsächlichem Schutz verkürzen – gerade in Umgebungen mit vielen offenen Tabs ein spürbarer Vorteil. Bis dahin gilt weiter: Update installieren, Browser neu starten, fertig.
Quellen
- Chrome Releases: Stable Channel Update for Desktop (29. Juli 2026)
- SecurityWeek: Chrome 151 Patches 370 Vulnerabilities
- Infosecurity Magazine: Google Releases Patches for 370 Vulnerabilities in Chrome 151
- TechRepublic: Chrome 151 Patches 370 Vulnerabilities, 7 Critical
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