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Cybersecurity August 10, 2026

npm Supply-Chain-Wurm: keyv, cacheable & Co. mit Credential-Stealer verseucht

Ein npm Supply-Chain-Wurm verseucht keyv, cacheable und hunderte Pakete: Der Credential-Stealer stiehlt Cloud-, CI- und Entwickler-Zugangsdaten. Das müssen Teams jetzt tun.

npm Supply-Chain-Wurm: keyv, cacheable & Co. mit Credential-Stealer verseucht

Ein npm Supply-Chain-Wurm hat Anfang August weite Teile des JavaScript-Ökosystems getroffen. Betroffen sind populäre Caching-Bibliotheken wie keyv und cacheable samt zahlreicher Abhängigkeiten. Die eingeschleuste Schadsoftware stiehlt Zugangsdaten von Entwicklern – und verbreitet sich selbstständig weiter.

npm Supply-Chain-Wurm: So begann der Angriff

Laut der Analyse von Wiz Research begann die Kampagne am 4. August gegen 9:00 Uhr UTC. Auslöser war die Übernahme eines GitHub-Maintainer-Kontos. Über dieses Konto schleuste der Angreifer Schadcode in das keyv-Repository ein und veröffentlichte darüber eine manipulierte Paketversion.

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Von dort breitete sich der Schadcode wurmartig aus. Wiz zählte über 400 betroffene npm-Pakete. Die Sicherheitsfirma Aikido meldete kurz darauf mindestens 868 kompromittierte Pakete in rund 1.381 Versionen – mit zusammen über zwei Milliarden monatlichen Installationen. Der Angriff ist damit weiterhin eine aktive, sich ausweitende Kampagne. Wiz ordnet die Schadsoftware als Abkömmling der bekannten „Shai-Hulud”-Familie ein.

Was die Schadsoftware stiehlt

Besonders heikel: Die vergifteten Versionen wurden mit gültiger Provenance über GitHub Actions signiert. Dadurch wirkten sie auf den ersten Blick vertrauenswürdig. Beim Installieren führt ein preinstall-Hook den Schadcode aus, lädt eine eigene Bun-Laufzeitumgebung nach und startet die eigentliche Payload.

Anschließend durchsucht die Malware das System gezielt nach Geheimnissen. Dazu zählen laut Wiz:

  • Cloud- und Infrastruktur-Zugangsdaten sowie CI/CD-Secrets
  • Zugangsdaten für KI-Agenten wie Claude, OpenAI, Codex, Cursor und Gemini
  • Krypto-Wallets (unter anderem Foundry, Solana, Monero)
  • Secrets selbst gehosteter Dienste wie Jenkins, Argo CD und Harbor
  • Systemdateien bis hin zu /etc/shadow

Die Liste der Ziele wurde gegenüber früheren Varianten um fast 70 Prozent erweitert. Persistenz erreicht die Malware unter anderem über Claude-Code-Hooks und die tasks.json von VS Code. Die erbeuteten Daten fließen über neu angelegte GitHub-Repositories ab; die Command-and-Control-Adressen holt sich der Schädling dynamisch aus einem Ethereum-Smart-Contract.

Sofortmaßnahmen für Entwickler-Teams

Wer die betroffenen Pakete nutzt, sollte schnell handeln. Wiz empfiehlt, die schädlichen Versionen aus Entwicklungs-, Build- und CI/CD-Umgebungen zu entfernen und betroffene Systeme im Zweifel neu aufzusetzen. Danach gilt: alle exponierten Geheimnisse rotieren – von Cloud-Zugängen über GitHub-Token und SSH-Schlüssel bis zu Kubernetes- und Terraform-Anmeldedaten.

Zusätzlich hilft es, Abhängigkeiten per Allowlist zu beschränken und Paket-Integrität sowie Provenance zu prüfen. Genau an diesem Punkt setzt auch die jüngste npm-Version an, die Install-Skripte standardmäßig blockiert. Der Ausgangspunkt war zudem ein gekapertes Maintainer-Konto – ein starkes Argument für phishing-resistente Anmeldung. Wie Hardware-Security-Keys nach dem FIDO2-Standard Konto-Übernahmen erschweren, zeigt unser Ratgeber.

Quellen

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