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Cybersecurity July 21, 2026

ServiceNow Sicherheitslücke CVE-2026-6875: Pre-Auth-RCE wird aktiv ausgenutzt

Die ServiceNow Sicherheitslücke CVE-2026-6875 erlaubt unauthentifizierte Codeausführung und wird seit dem 17. Juli aktiv ausgenutzt. Was Admins jetzt tun sollten.

ServiceNow Sicherheitslücke CVE-2026-6875: Pre-Auth-RCE wird aktiv ausgenutzt

Die ServiceNow Sicherheitslücke CVE-2026-6875 wird seit dem Wochenende aktiv ausgenutzt. Das meldet der Threat-Intelligence-Anbieter Defused. Betroffen ist die ServiceNow AI Platform, also genau jene Workflow-Plattform, über die viele Unternehmen ihre IT-Prozesse steuern. Wer eine selbst gehostete Instanz betreibt und das Update vom 13. Juli noch nicht eingespielt hat, sollte das jetzt tun.

Was die ServiceNow Sicherheitslücke technisch bedeutet

CVE-2026-6875 ist eine Code-Injection-Schwachstelle. Ein Angreifer kann damit aus der Script-Sandbox von ServiceNow ausbrechen und Code auf der Instanz ausführen. Entscheidend ist das Wörtchen pre-auth: Es braucht keinen gültigen Account, kein Phishing und keinen Fuß in der Tür. Netzwerkzugriff auf eine verwundbare Instanz genügt.

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Gefunden hat die Lücke Adam Kues von Searchlight Cyber. Er beschreibt den Angriff als komplex in der Ausführung, aber in der Wirkung als vollständige Kompromittierung der Instanz und angebundener Proxy-Server. Das ist ein wichtiger Unterschied: hohe Komplexität senkt nicht das Risiko, sie verzögert es nur.

Zeitleiste: von der Meldung bis zum Angriff

  • Anfang April 2026: Searchlight Cyber meldet die Schwachstelle an ServiceNow.
  • Innerhalb von 24 Stunden: ServiceNow rollt Mitigationen auf allen von ServiceNow gehosteten Cloud-Instanzen aus; die eigentlichen Patches folgen in den Wochen danach.
  • 13. Juli 2026: Advisory und Patches für On-Premises-Kunden und Partner.
  • 14. Juli 2026: Searchlight Cyber veröffentlicht die technische Analyse.
  • 17. Juli 2026: Defused beobachtet die ersten Ausnutzungsversuche, übers Wochenende bestätigt sich die aktive Ausnutzung.

Drei Tage zwischen der öffentlichen Analyse am 14. Juli und dem ersten beobachteten Angriff am 17. Juli – das ist das übliche Fenster geworden. Wer seinen Patch-Zyklus in Wochen denkt, verliert dieses Rennen regelmäßig.

Worauf Admins jetzt achten sollten

Die beobachteten Payloads treffen laut Defused denselben Pre-Auth-Endpunkt, den Searchlight Cyber öffentlich dokumentiert hat: /assessment_thanks.do. Allerdings erreichen die Angreifer das Ziel über eine andere Sandbox-Escape-Kette als der veröffentlichte Proof of Concept. Das ist praktisch relevant. Wer seine Erkennung nur auf die bekannte PoC-Signatur getrimmt hat, sieht den echten Angriff möglicherweise nicht.

Konkret heißt das für die Praxis: erstens das Juli-Update einspielen, zweitens die Logs des genannten Endpunkts rückwirkend prüfen, drittens nicht nur nach der PoC-Signatur suchen. Zusätzlich bringt das Update ein neues Feature namens Guarded Script mit, das einschränkt, welcher Code überhaupt in Sandbox-Kontexten laufen darf. Damit sollen künftige Sandbox-Ausbrüche schwerer werden.

Einordnung ohne Panik

ServiceNow bewertet die Lücke mit CVSS 4.0 9.5 (kritisch): unauthentifiziert über das Netz erreichbar, hohe Angriffskomplexität, volle Auswirkung auf Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Eine eigene NVD-Analyse steht noch aus, der Eintrag steht dort auf „Awaiting Analysis“.

Ein Punkt zur Redlichkeit: Die aktive Ausnutzung wird bislang nur von Defused berichtet. ServiceNow selbst schreibt im Advisory weiterhin, man habe keine Kenntnis von Angriffen auf Instanzen. Zwei Quellen, zwei Aussagen – wer betroffen ist, sollte sich nicht auf die beruhigendere verlassen.

Der Fall reiht sich in ein Muster ein, das dieses Jahr auffällig oft auftritt: zentrale Business-Plattformen als Einstiegspunkt statt klassischer Endgeräte. Ähnlich lag es beim AD-FS-Zero-Day CVE-2026-56155 und zuletzt bei der WordPress-Lücke wp2shell. Wer eine Bestandsliste seiner extern erreichbaren Plattformen hat, patcht deutlich schneller als wer erst suchen muss.

Quellen

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