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Tech-News June 19, 2026

Majorana 2: Microsoft meldet Sprung bei der Qubit-Stabilität – und zieht den Zeitplan vor

Microsoft hat mit Majorana 2 die zweite Generation seines topologischen Quantenchips vorgestellt. Ein Materialwechsel soll die Stabilität der Qubits um das Tausendfache verbessern – und den Zeitplan für einen skalierbaren Quantencomputer auf 2029 vorziehen.

Majorana 2: Microsoft meldet Sprung bei der Qubit-Stabilität – und zieht den Zeitplan vor

Quantencomputing bleibt eines der spannendsten Felder der Computertechnik – und Microsoft hat Anfang Juni 2026 für einen der größeren Aufschläge des Jahres gesorgt. Auf seiner Build-Konferenz stellte das Unternehmen am 2. Juni Majorana 2 vor, die zweite Generation seines topologischen Quantenchips. Im Zentrum steht ein Fortschritt bei der Stabilität der Qubits, der den Weg zu praktisch nutzbaren Quantenrechnern verkürzen soll.

Der entscheidende Materialwechsel

Der wichtigste technische Schritt klingt zunächst unspektakulär: Microsoft ersetzt im supraleitenden Materialstapel des Chips Aluminium durch Blei. Die Wirkung ist jedoch beträchtlich. Nach Unternehmensangaben verdoppelt der Wechsel die sogenannte topologische Energielücke, die die Quantenzustände schützt, mehr als nur. Vor allem aber stieg die Lebensdauer der Parität – ein Maß dafür, wie lange ein Qubit seinen Zustand hält – von Millisekunden auf über 20 Sekunden. Das entspricht einer mehr als tausendfachen Verbesserung gegenüber dem Vorgänger Majorana 1, der erst gut 15 Monate zuvor vorgestellt worden war.

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Warum Stabilität wichtiger ist als bloße Qubit-Zahlen

Lange galt die reine Anzahl der Qubits als wichtigste Kennzahl im Wettlauf um den Quantencomputer. Inzwischen rückt die Fehlertoleranz in den Vordergrund: Ein Quantenrechner ist nur dann nützlich, wenn seine Qubits stabil genug bleiben, um verlässliche Berechnungen auszuführen. Genau hier setzt Microsofts topologischer Ansatz an, der Quantenzustände auf physikalischer Ebene gegen Störungen schützen soll. Längere Paritätslebensdauern bedeuten weniger Fehler – und damit weniger Aufwand für die aufwendige Fehlerkorrektur.

Auf Basis der Fortschritte zieht Microsoft seinen Zeitplan deutlich vor: Ein skalierbarer Quantencomputer soll nun bis 2029 entstehen, statt wie bisher angepeilt bis 2033. Zugleich bleibt einzuordnen, dass Microsofts topologische Ansätze in der Fachwelt nicht unumstritten sind und sich die Versprechen erst in unabhängig überprüfbaren Ergebnissen bewähren müssen.

Ein bewegtes Feld

Microsoft ist nicht allein. Quer durch die Branche kommt Bewegung in die Hardware-Entwicklung. So arbeiten etwa Atom Computing und Nu Quantum an verteilten Quantenarchitekturen, bei denen mehrere Neutralatom-Systeme miteinander vernetzt werden, um die Grenzen einzelner Chips zu überwinden. Und das auf KI und Quantentechnologie spezialisierte Unternehmen SandboxAQ erhielt im Rahmen des US-amerikanischen CHIPS-Act-Programms eine Förderung in Höhe von 500 Millionen US-Dollar zur Stärkung der Halbleiter-Lieferketten. Das Feld bewegt sich also an mehreren Fronten gleichzeitig.

Fazit

Majorana 2 ist kein fertiger Quantencomputer, aber ein handfester Fortschritt bei einer der härtesten Hürden des Feldes: der Stabilität der Qubits. Ob Microsoft den ehrgeizigen Zeitplan bis 2029 tatsächlich hält, wird die unabhängige Überprüfung zeigen. Klar ist: Der Wettlauf um den praktisch nutzbaren Quantencomputer hat 2026 spürbar an Tempo gewonnen.

Quellen

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